S-Bahngemeinden Der Countdown für die Teilnahme an der Mini WM 2011 läuft, bis zum 4. März sollen sich die 25 Kitas der S-Bahngemeinden bei Nordbahngemeinden mit Courage mit ihren Vorschulmannschaften anmelden. Am 18. Juni 2011 soll das Fußballfest für Toleranz und Völkerverständigung diesmal auf dem neuen Sportplatz Bieselheide in Glienicke in Zusammenarbeit mit dem SV Glienicke stattfinden. Das mehrfach für seine Idee und Umsetzung preisgekrönte Projekt richtet sich an Kinder im Vorschulalter, die frei ein Land wählen, dessen Nationalmannschaft sie im Turnier verkörpern möchten. Parallel zum Fußballtraining beginnt gemeinsam mit Erzieher/inne/n und Eltern in der Einrichtung die Auseinandersetzung mit Land und Leuten der gewählten Nation: Wie wird dort gesprochen, welches Klima herrscht, welche Tiere leben dort, Lieder, Essen, Tänze, Spiele, Kleidung, Traditionen, Fahnen erlaubt ist was gefällt. Im Jahr der Frauen-Fußball-WM in Deutschland steht natürlich Frauenpower auf dem Spielfeld und am Spielfeldrand besonders hoch im Kurs.
Das Ziel des Projektes ist, sich das Fremde vertraut zu machen, um so im späteren Leben auf Fremdes aufgeschlossen und nicht mit Vorurteilen reagieren zu können. Die Organisatoren gehen davon aus, mit diesem Projekt einen Beitrag gegen fremdenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft leisten zu können. Gleichzeitig ermöglicht die Einbettung in den Sport, dass diese Themen zum Familienthema werden.
Spielen die Kinder im Turnier um einen Wanderpokal des Medienpartners Märkische Allgemeine Zeitung sowie Urkunden und Sachpreise, so sollen die Kitas möglichst im Umfeld des Turniers die Ergebnisse ihrer Toleranzarbeit in Form kulinarischer Angebote, Maskottchen, Plakate oder anderer geeigneter Präsentationen ausstellen. Eine Jury wird vor Ort unter allen Arbeiten den Preisträger für den Länderpreis auswählen immerhin ein sprechender Globus für die Kita zum Verbleib.
2008 fand die Mini WM zu ersten Mal statt und hat seither jährlich viele vergnügte Eltern, Geschwister und Kindergartenkinder zu einem überregionalen Familien-Fußballfest zusammengebracht. Beste Stimmung, Showprogramme und abwechslungsreiche Beschäftigung am Spielfeldrand sorgten unabhängig vom Wetter für Begeisterung. Der Verein Nordbahngemeinden mit Courage verfolgt über die Kindereinrichtungen hinaus das Ziel, zwischen Vereinen, Einrichtungen und Menschen der S-Bahngemeinden die Bildung von Netzwerken zu unterstützen. Traditionell sollen deshalb auch in diesem Jahr Sportvereine und Vereine, die Kinder sich für Kinder einsetzen, eingeladen werden, das Rahmenprogramm für die Geschwister und Spieler in den Turnierpausen bunt zu gestalten. Das Family Keramik-Studio Glienicke ist wiederum Hauptsponsor der Veranstaltung und besucht die Gewinnermannschaften mit dem Kreativbus in der Kita.
Auf die Frage nach der bisherigen Resonanz aus den Kitas reagieren die Organisatoren noch etwas zurückhaltend. Zwar haben sich erst 7 Kitas von 25 gemeldet, allerdings alle mit Absagen, darunter die kinderstarken Einrichtungen in Hohen Neuendorf und der Toleranz-Preisträger in Folge, die Kita Pusteblume. Nachfragen, die auf Interesse hinweisen, gibt es bisher aus 2 Glienicker Kitas. Als Grund für die Absagen werden Kapazitäten oder zu wenige Vorschulkinder genannt, teilte Ariane Fäscher für das Organisationsteam mit. Mindestens 12 besser 16 Mannschaften braucht das Turnier, um sinnvoll ausgetragen werden zu können, sind sich die Fachleute Sabine Krüger und Alexander Brinkmann vom SV-Glienicke einig und treffen dabei auf offene Ohren bei Nordbahngemeinden sowie Mitorganisatorin Heike Gläser vom FSV Borgsdorf und Sponsoring-Partner Christian Dudziak.
Wir bedauern die bisherigen Absagen sehr, auch wenn wir natürlich um die zusätzliche Arbeitsbelastung durch das Projekt sehr wohl wissen und, am Rande erwähnt, es geht uns ehrenamtlichen Organisatoren nicht anders! Dennoch glauben wir fest daran, dass dieses Projekt, gerade weil es viel Spaß bringt und persönlichen Einsatz fordert, im Bereich der Wertentwicklung bei Kindern und ihren Familien sehr viel bewirken kann, ist sich Ariane Fäscher sicher. Laut Verfassungsschutz leben in der Region über 20 führende Köpfe der rechtsextremen Szene, ihre Kinder sind die Freunde unserer Kinder und die Einstellungen sind in Teilen bereits wieder in der Mitte der Gesellschaft heimisch. Erst zum Jahresanfang wurden in Hohen Neuendorf 4 chinesische Mitbürger Opfer rechtsextremer Angriffe. Das darf uns nicht egal sein und unsere Kinder sollen in dem Bewusstsein aufwachsen, dass andere Nationen mindestens genauso viel Kultur, Esprit und Können besitzen wie wir selbst. Wir hoffen, dass Eltern sich in das Projekt einbringen und so die Belastung der Kita soweit reduzieren können, dass eine Teilnahme vielleicht doch noch möglich wird, verleiht Ariane Fäscher der Hoffnung Ausdruck, dass die Mini WM 2011 nicht am Interesse der Einrichtungen scheitert.